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Barf-Gemüse und -Obst: Wie werden sie richtig verfüttert?

barf-gemuese
Sina Ackermann

Sina Ackermann

#Ratgeber & Tools

14.04.2020

Bei der artgerechten Fütterung von Haustieren wie Hund und Katze denkt man vermutlich – und richtigerweise – in erster Linie an Fleisch und Knochen. Dennoch darf es unseren Kameraden auch an ausreichend Grün in Form von Barf-Gemüse- und Obst nicht fehlen. Schließlich enthalten Obst und Gemüse jede Menge Nährstoffe, die für den karnivoren (= fleischfressenden) Organismus von großer Wichtigkeit sind.

Wie du deinen Vierbeiner im Rahmen der Barf-Ernährung am besten mit Grünzeug versorgst, erfährst du im folgenden Ratgeber. Falls du mehr über das Barfen an sich erfahren willst, findest du alle relevanten Informationen in unserem Ratgeber Barfen für Hunde.

Rote Beete, Kohlrabi und Co. für den Hund: eine Barf-Gemüse-Liste

Je nach Tier sollte der grüne Anteil in der Ernährung unterschiedlich hoch sein. Bei Hunden kann dieser Anteil zwischen 10 und 30 % schwanken. Somit sollten rund 70 bis 90 % der Nahrung des Hundes von tierischen Futterelementen abgedeckt werden.

Bei der Katze entfällt auf den grünen Teil der Nahrung ein geringerer Prozentsatz als beim Hund: Nur ca. 10-15 % sollten hier die pflanzlichen Anteile ausmachen. Daraus abzuleiten ist, dass bei der Katze 85-90 % von Futter tierischen Ursprungs abgedeckt werden sollten.

Es eignen sich fast alle Gemüse- und Obstsorten für die Fütterung von Hund und Katz. Im Folgenden findest du eine kleine Liste jener Sorten, die du deinem Vierbeiner ohne Bedenken verfüttern kannst:

Katze frisst BARF-Gemüse

Egal ob Hund oder Katze - für die Fütterung eignen sich fast alle Gemüse- und Obstsorten.

Hochwertiges vegetarisches Futter findest du übrigens in einem professionellen Barf-Shop. Dort erhältst du selbstverständlich auch schlachtfrisches Barf-Fleisch.

GEMÜSE
Paprika hoher Nährstoffgehalt; Stiele entfernen und nur reif bis überreif in kleinen Mengen verfüttern
Sellerie reich an Ballaststoffen und Vitaminen; am besten in Wasser oder Brühe einweichen und dann ins Futter geben
Möhren enthalten Karotin, Mineralstoffe und ätherische Öle
Erbsen fettarme Energielieferanten; nur gekocht oder püriert servieren; als Alternative bieten sich Erbsenflocken an
Rote Beete reich an Calcium, Magnesium, Vitaminen und Co.
Zucchini kalorienarm und voller Vitamine
Tomaten stets vollreif und ohne Stängel und Blätter verfüttern; am besten zu getrockneten Tomatenflocken greifen; diese einweichen und im besten Fall zusätzlich pürieren 
etc.  
OBST
Papaya hoher Nährstoffgehalt, allerdings viel Fruchtzucker  nicht zu oft und in zu großen Mengen verfüttern
Banane enthält Ballaststoffe, Mineralstoffe (Eisen, Magnesium etc.) 
Apfel enthält Pektine, Vitamine, etc.; Fruchtzucker!
Pfirsich reich an Vitaminen und Mineralstoffen; Fruchtzucker!
Ananas voller Vitamine und Mineralstoffe; Fruchtzucker!
etc.  
Avocados - für Katzen und Hunde ungeeignet

Achtung mit Avocados - diese sollten weder beim Hund noch bei der Katze Teil des Futters sein!

  • Knoblauch kann dem Hund in geringen Dosen verfüttert werden, es sollte allerdings nicht übertrieben werden. Zwiebel sollte der Hund hingegen nicht bekommen.
  • Katzen sollten weder Knoblauch noch Zwiebel zu fressen bekommen.
  • Ebenso ungeeignet für Hund und Katz sind Avocados und ungekochte bzw. unreife Kartoffeln, Tomaten und Paprika (im getrockneten, gekochten und überreifen Zustand ohne Blätter und Stängel sind sie in kleinen Mengen bestens für die Fütterung geeignet).
  • Prinzipiell eignen sich diverse Obst- und Gemüsesorten am besten für unsere Vierbeiner, wenn sie überreif verfüttert werden.

Erfahre im Folgenden mehr darüber, in welchem Zustand Barf-Gemüse und -Obst für deinen Kameraden am besten geeignet ist.

Gemüse für Hunde: roh oder gekocht?

Diese Frage kann ganz einfach beantwortet werden: Gemüse und Obst können sowohl roh als auch gekocht verfüttert werden, sind aber in beiden Zuständen nicht ideal zu verwerten für den karnivoren Organismus:

Die wilden Verwandten unserer Haustiere fressen in der Natur zwar geringe Mengen an Beeren und Früchten. Sie nehmen Ballaststoffe aber eher über das Grünzeug auf, das sich im Magen der von ihnen erbeuteten Tiere befindet. Das heißt, sie gehen eher selten gezielt auf die Suche nach Gemüse und Obst, um diese zu fressen. Das liegt daran, dass Karnivoren nicht die Enzyme dafür haben, bloßes rohes Gemüse und Obst zu verspeisen und zu verdauen.

Gemüse und Obst im Rohzustand sind aber selbstverständlich nicht gefährlich oder giftig für die Fleischfresser – nur eben nicht so gut verdaulich.

Nicht anders verhält es sich bei den domestizierten Pendants von Wolf und Wildkatze. Haushund und -katze können Gemüse und Obst im Rohzustand nicht so gut verdauen wie im gekochten Zustand. Der Nachteil beim Kochen ist allerdings, dass dabei wertvolle Nährstoffe verlorengehen, die dein Freund dringend benötigt.

  • Als einfache Alternative zum Kochen bietet es sich daher an, Gemüse und Obst zu pürieren oder zu raspeln. So werden die Zellwände der pflanzlichen Nahrungsbestandteile zerstört und können so vom Tier besser verdaut werden. Die wichtigen Phytonährstoffe, die sich in den Pflanzen befinden, bleiben dem Vierbeiner aber zur Gänze erhalten.
  • Die einfachste Möglichkeit, deinem Liebling all die wichtigen Nährstoffe in Gemüse und Obst zukommen zu lassen, ist aber die Fütterung von Barf-Gemüse- und Obstflocken. Hier hast du das Grünzeug bereits perfekt portioniert und kannst es deinem Liebling jederzeit als Ergänzung zur Fleischfütterung oder für zwischendurch in den Napf geben. Die vorbereiteten Gemüse- und Obsthäppchen sind insbesondere vorteilhaft, wenn es mal schnell gehen muss.

Du bist nicht sicher, wieviel Futter dein Vierbeiner benötigt? Rechne dies ganz einfach mit unserem Barf Rechner für Hunde aus.

Hier unser Barf-Gemüse kennenlernen...

Obst und Gemüse für Hunde und Co.: Wofür?

Obst und Gemüse sind für den fleischfressenden Organismus genauso wichtig wie für den herbivoren (= pflanzenfressenden). Fleischfresser benötigen auch die wertvollen Stoffe, die sich in den pflanzlichen Nahrungsbestandteilen befinden – wenn auch nicht in solch großen Mengen wie Herbivore.

Die in Pflanzen enthaltenen Ballaststoffe regen die Darmbewegung an und sorgen so für eine gut funktionierende Verdauung. Dies ist für Fleischfresser, die über ihre Nahrung vorwiegend Proteine aufnehmen, besonders wichtig.

Abgesehen davon tut Abwechslung auch dem größten Fleischliebhaber gut.

Hund und Katze mit Gemüse-Futternapf

Obst und Gemüse liefern wertvolle Stoffe für die fleischfressenden Vierbeiner.

Ein Zuviel eines Futtermittels kann schnell zur Überversorgung und damit zu Beschwerden führen. Durch die Überfütterung mit einem Futtermittel kann ein anderes bedeutendes völlig vernachlässigt werden, wodurch gefährliche Mangelerscheinungen auftreten können.

Vernachlässige daher auch die grünen Komponenten am Speiseplan deines Fleischfressers auf keinen Fall und verfüttere ihm mehrmals die Woche kleinere Portionen Gemüse und Obst, die ihm schmecken. Mit Barf-Gemüseflocken ist der Zubereitungsaufwand für dich denkbar niedrig und der Verwertungsgrad für dein Tier denkbar hoch.

Barf-Obst-Gemüse-Mischungen: gesund für deinen Vierbeiner

Gemüse und Obst dürfen im Napf deines Tieres auf keinen Fall fehlen. Die grünen Nahrungsbestandteile versorgen es mit zahlreichen wichtigen Nährstoffen, die eine pure Fleischernährung nicht gewährleisten könnte. Insbesondere bei Hunden, die bis zu 20 % vegetarisches Futter bekommen sollten, ist Barf-Gemüse und -Obst besonders wichtig.

Katzen benötigen aber für eine gesunde Darmperistaltik (= Darmbewegung) und eine ebensolche Verdauung genauso grüne Futterbestandteile. Diese machen bei ihr zwischen 10 und 15 % der gesamten Futtermenge aus. Die Notwendigkeit, einer Hauskatze Gemüse und Obst zu verfüttern, liegt darin, dass sie sich selbst nicht die benötigten Ballaststoffe beschaffen kann. Eine Wildkatze hingegen versorgt sich mit dem Verspeisen frisch gejagter Beute selbst mit allen wichtigen Nährstoffen, unter anderem auch mit Ballaststoffen.

Wie du im Ratgeber erfahren hast, kannst du bis auf ein paar Ausnahmen fast alle Obst- und Gemüsesorten verfüttern. Lediglich bei der Zubereitung der einzelnen Sorten musst du ein wenig akribischer ans Werk gehen: So sollten einige von ihnen nicht roh oder im unreifen Zustand verfüttert werden. Das Resultat daraus: Am besten gibst du deinem Vierbeiner Gemüse und Obst nur eingeweicht, püriert, zerkleinert, überreif und in seltenen Fällen gekocht (Kartoffel).

Am einfachsten funktioniert die richtige Nährstoffversorgung durch Grünzeug aber mit angenehm vorportionierten und bereits im fressbaren Zustand befindlichen Gemüse- und Obstflocken. Diese kannst du eingeweicht einfach unter das Futter deines Freundes mischen und ihm so die volle Bandbreite an bedeutenden Nährstoffen bieten.

Wenn Barf, dann inklusive Barf-Gemüse und -Obst!

Bildquellen: © mraoraor – stock.adobe.com, © Hi, I am Patrik – stock.adobe.com, © zhannaz – stock.adobe.com, © Ermolaev Alexandr – stock.adobe.com

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Sina Ackermann
Veröffentlicht von Sina Ackermann

am 14.04.2020

Sina Ackermann ist die Betriebsleitung der Firma Hund & Sport Hungenberg GmbH. Seit Klein auf ist Sina mit Tieren aufgewachsen und beschäftigt sich schon seit jungen Jahren mit der artgerechten Haltung und damit auch mit der Ernährung Ihrer und anderer Haustiere. Im Jahr 2009 begann Sie Ihre Ausbildung bei der Futter-Fundgrube, da an Stillstand bei Ihr nicht zu denken ist folgte gleich nach der Ausbildung ein duales Studium im Bereich Betriebswirtschaft. Sina setzt sich für den Tierschutz ein und besitzt unter anderem selbst 2 Katzen und einen Hund, die zuvor auf der Straße lebten.

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